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Russischer Wein

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In Russland werden auf 70.000 Hektar Rebfläche knapp drei Millionen Hektoliter Wein produziert. Rund 90 Prozent der Rebflächen liegen im Nordkaukasus mit den fünf Regionen Dagestan, Krasnodar (am Schwarzen Meer), Rostow, Stawropol und Tschetscheno-Inguschien. Es gibt eine Unzahl autochthoner Rebsorten, zusätzlich zu den offiziell zugelassenen beträgt die Gesamtanzahl etwa 2.000.
Massandra, zwischen Jalta und Nowij Swet gelegen, hat sich zum Hauptweinanbaugebiet entwickelt. Viele der dort hergestellten Markenweine sind mit den Goldmedaillen internationaler Ausstellungen ausgezeichnet. Massandra wurde zur bekanntesten Krimsektmarke. Die Keller des Betriebes beherbergen eine wertvolle Weinkollektion (Enotheke), die aus über eine Millionen Flaschen auserlesener Weine verschiedenster Marken besteht – es waren einmal fünf Millionen.

Wissenswertes

Südlich des Kaukasus wurden schon vor 10.000 Jahren Reben kultiviert und Weinanbau betrieben. Das heute eigenständige Gebiet Transkaukasien gilt neben Mesopotamien als eigentliche Wiege der Weinkultur. Als ältestes Gebiet des heutigen Russlands nimmt man das nordkaukasische Süd-Dagestan im Küstenstreifen des Kaspischen Meeres an.
Anfang des 17. Jahrhunderts wurden in Astrachan im Mündungsgebiet der Wolga beim Kaspischen Meer (an der Grenze zu Kasachstan) Weingärten angelegt, um den Zarenhof mit Wein und Weintrauben zu beliefern. Während der Zarenherrschaft war aber die Weinkultur unterentwickelt. Ausnahmen bildeten die Weingüter des Grafen Woronzow und des Fürsten Lev Golizyn. Letzterer …

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Südlich des Kaukasus wurden schon vor 10.000 Jahren Reben kultiviert und Weinanbau betrieben. Das heute eigenständige Gebiet Transkaukasien gilt neben Mesopotamien als eigentliche Wiege der Weinkultur. Als ältestes Gebiet des heutigen Russlands nimmt man das nordkaukasische Süd-Dagestan im Küstenstreifen des Kaspischen Meeres an.
Anfang des 17. Jahrhunderts wurden in Astrachan im Mündungsgebiet der Wolga beim Kaspischen Meer (an der Grenze zu Kasachstan) Weingärten angelegt, um den Zarenhof mit Wein und Weintrauben zu beliefern. Während der Zarenherrschaft war aber die Weinkultur unterentwickelt. Ausnahmen bildeten die Weingüter des Grafen Woronzow und des Fürsten Lev Golizyn. Letzterer erbaute dem Zaren Nikolaus II. (1868-1918) sein berühmtes Weingut, das noch heute bestehende Massandra (bei Jalta auf der Halbinsel Krim in der heutigen Ukraine), sowie Abrau-Djurso am Schwarzen Meer und Weinberge in Georgien, die auch heute noch Weinbauzentren darstellen.
Die süßen Dessertweine zumeist aus Muskateller-Sorten nach Art des Château d´Yquem, Portwein, Sherry und Madeira von der Südküste der Krim waren bei der Aristokratie sehr begehrt. Als Erfinder der berühmten Krim-Schaumweine gilt der erwähnte Fürst Lev Golizyn, der nach dem Krimkrieg 1854 bis 1856 auf seinem Weingut Novy Svet (Neue Welt) erstmals russischen Schaumwein nach dem Champagner-Verfahren herstellte und den Ruhm des zumeist roten Krim-Sektes begründete.
Durch die beiden Weltkriege erlitt der russische Weinbau einen schweren Rückschlag, doch nach 1945 wurden in ganz großem Stil neue Rebflächen angelegt. Es war erklärtes Ziel der russischen Regierung, damit den ungeheuren Wodka-Konsum einzuschränken und dadurch den Alkoholismus zu bekämpfen. Von den damaligen 15 Staaten betrieben elf Weinbau, es wurden vorwiegend wurzelechte, autochthone Rebsorten angebaut. Im Jahre 1985 betrug die Rebfläche in der ehemaligen UdSSR noch rund 1,4 Millionen Hektar und es wurden über 20 Millionen Hektoliter Wein produziert (im Jahre 2000 waren es nur mehr 700.000 Hektar und neun Millionen Hektoliter). Vor der gravierenden politischen Veränderung im Jahre 1991 war die UdSSR einer der größten Weinproduzenten der Welt und lag nach Frankreich und Italien an dritter Stelle.
Einen echten Rückschlag erlebte die Weinwirtschaft auf der Krim, als Michail Gorbatschow im Zeichen der Perestroika die Produktion und den Konsum von alkoholischen Getränken einschränken wollte. Seine Abstinenzkampagne, auch „Trockenes Gesetz“ genannt, senkte den Alkoholkonsum unwesentlich. Sie entzog aber der Staatskasse beträchtliche Einnahmen. Unter Gorbatschow wurde auch ein umfangreiches Rebenrodungs-Programm gestartet. Obwohl Mitarbeiter der Weinbetriebe das Schlimmste verhinderten, leidet der Weinanbau auf der Krim noch heute an den Folgen der damaligen sowjetischen Politik. Die Weinfabriken auf der Krim mussten wie vor hundert Jahren Trauben aus dem Ausland ankaufen und ihre Weingärten wiederherstellen.

Unterscheidungsmerkmal (Wein)

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Ausschließend

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