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Tee

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Mit keinem anderen Getränk, außer Wein, wird ein solcher Kult betrieben wie mit Tee. Es gibt Hunderte von Teesorten sowie Mischungen und fast ebenso viele Zubereitungsarten. Tee, so heißt es, sei ein Getränk für einfühlsame und eher geistvolle Menschen. Tee sei der Aristokrat unter den Heißgetränken. Seine Blätter enthalten Teein, ein Alkaloid, das dem Koffein ähnelt, aber ganz anders wirkt. Während Koffein schnell auf das gesamte Herz-Kreislauf-System wirkt, entfaltet das an Gerbstoffe gebundene Teein seine anregende Wirkung nur langsam im Körper und regt zudem die Durchblutung des Gehirns an.
Tee ist nur das heiße Aufgussgetränk, das aus Pflanzenteilen (Blättern, Knospen, Blüten, Stängel …

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Mit keinem anderen Getränk, außer Wein, wird ein solcher Kult betrieben wie mit Tee. Es gibt Hunderte von Teesorten sowie Mischungen und fast ebenso viele Zubereitungsarten. Tee, so heißt es, sei ein Getränk für einfühlsame und eher geistvolle Menschen. Tee sei der Aristokrat unter den Heißgetränken. Seine Blätter enthalten Teein, ein Alkaloid, das dem Koffein ähnelt, aber ganz anders wirkt. Während Koffein schnell auf das gesamte Herz-Kreislauf-System wirkt, entfaltet das an Gerbstoffe gebundene Teein seine anregende Wirkung nur langsam im Körper und regt zudem die Durchblutung des Gehirns an.
Tee ist nur das heiße Aufgussgetränk, das aus Pflanzenteilen (Blättern, Knospen, Blüten, Stängel u. ä.) der Teepflanze zubereitet wird. Wenn also von Tee die Rede ist, ist streng genommen nur Schwarztee, Grüntee, Oolong und Weißer Tee gemeint: gewonnen aus den Blättern, Knospen und zarten Trieben der Camellia sinensis (Linnaeus) und hergestellt nach anerkannten Verfahren, vor allem Fermentation und Trocknung (wie es in der amtlichen Definition heißt). Alles andere, was im Handel als Tee angeboten wird, sind teeähnliche Getränke. Es gibt neben den klassischen Grundsorten mehrere hundert weniger verbreitete Sorten und genauso viele Teemischungen.
Für permanent gleiches Aussehen und Geschmack der jeweiligen Teemischung ist der Teetester verantworlich. Wie beim Wein- oder Biersommelier sind auch Teetester oder Teekoster Berufe, bei denen die Tagesform entscheidend ist. Damit die Geschmacksknospen auf der Zunge möglichst aufnahmefähig sind, achten Teetester auf ihre Ernährung. Vor allem Scharfes, Überwürztes und Alkohol werden während der Arbeitswoche vom Speiseplan gestrichen. Ein Teetester spürt nur den Geschmack im Mundraum. Er spült sozusagen den Mund und spuckt dann den Tee wieder aus. An eine kaufmännische Ausbildung schließt sich eine lange Praxis an – insgesamt sieben Jahre dauert es, bis man „fertiger“ Teekoster (Tea-taster) ist. In der Haupterntezeit muss er (oder sie) bis zu 600 Teeproben täglich verkosten, um die Beschaffenheit der aktuellen Ernte zu prüfen.
Und so geht es bei einer Teeverkostung zu: Bei der Degustation verwendet man für jede Probe eine sogenannte Teetestertasse, eine weiße Porzellan-Teeschale mit Deckel und einem Abbrühgefäß, die exakt 120 Millimeter Inhalt misst. Mit 2,86 Gramm – das entspricht dem alten englischen Sixpencestück – wird der Tee „eingewogen“ und mit siedendem Wasser aufgebrüht. Nach exakt fünf Minuten wird er in eine Porzelanschale umgegossen, die Blätter verbleiben im Deckel. Zuerst werden Beschaffenheit und Farbe der abgegossenen Teeblätter geprüft, dann durch Probieren mit einem Loffel das Aroma und der Geschmack des Tees. Der Tee ist natürlich viel zu stark. Aber es geht hier darum, welche Kraft und Farbe er hat. Die Verkoster trinken ihn auch nicht, sondern spucken ihn nach dem unter lautem Schlürfen vorgenommenen Probieren wieder aus (das Schlürfen ist wichtig für die Entfaltung der Aromastoffe).

Tipp

In England trinkt man den Tee „white“ (mit Milch) oder „black“ (ohne Milch). In Spanien ist „Té“ nur schwarzer Tee, alles andere heißt „infusión“. Ähnlich verhält es sich in Frankreich: „thé“ ist schwarzer oder grüner Tee, „infusion“ umschreibt Kräutertees und Aufgüsse. Eine eigene Teekultur hat sich in Ostfriesland entwickelt. Dort trinkt man starken Tee mit Sahne und Kluntjes, den dicken Kandisstücken, die in die erste Teetasse gegeben werden und sich dann bis zur letzten Tasse allmählich aufgelöst haben. In den USA firmiert „tea“ oft als „iced tea“ (Eistee), einer Art schwarzteehaltiger Limonade mit viel Zucker und künstlichen Zusatzstoffen. Der eigentliche Tee wird dann „hot tea“ genannt.
Die in Deutschland gebräuchliche Bezeichnung „Tee“ stammt aus einer Zeit, als Tee in Europa noch rar und sehr teuer war. Als Ersatz verwendete man Aufgüsse aus einheimischen Pflanzen. In Indien ist „Chai“, ein anregender, süßer Tee mit Milch, das Nationalgetränk.

Wissenswertes

China gilt als das Ursprungsland des Tees. Vor etwa 5.000 Jahren kannte man dort bereits die anregende Wirkung des aufgebrühten Teeblatts. Im 17. Jahrhundert brachten die Holländer die ersten Teelieferungen auf Schiffen aus Japan nach Europa. Kurze Zeit später stiegen auch die Engländer in das Teegeschäft ein und erreichten mit der East India Company eine Monopolstellung für die Teeimporte nach Europa.
Zur selben Zeit kam auch auf dem Landweg Tee nach Europa. Karawanen brachten Tee aus der Mongolei nach Russland zum Zaren. Der russische „Karawanentee”, wie er genannt wurde, soll eine bessere Qualität als der muffge „Schiffstee“ gehabt haben, der oft monatelang in feuchten und modrigen …

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China gilt als das Ursprungsland des Tees. Vor etwa 5.000 Jahren kannte man dort bereits die anregende Wirkung des aufgebrühten Teeblatts. Im 17. Jahrhundert brachten die Holländer die ersten Teelieferungen auf Schiffen aus Japan nach Europa. Kurze Zeit später stiegen auch die Engländer in das Teegeschäft ein und erreichten mit der East India Company eine Monopolstellung für die Teeimporte nach Europa.
Zur selben Zeit kam auch auf dem Landweg Tee nach Europa. Karawanen brachten Tee aus der Mongolei nach Russland zum Zaren. Der russische „Karawanentee”, wie er genannt wurde, soll eine bessere Qualität als der muffge „Schiffstee“ gehabt haben, der oft monatelang in feuchten und modrigen Laderäumen gelagert wurde.
Tee war teuer und nur dem Adel und den Reichen vorbehalten. Mit Einführung der Teestunde am Hofe des englischen Königs wurde Tee auch in Europa gesellschaftsfähig und eines der wichtigsten Handelsgüter.
Die ersten Vorläufer des Teebeutels stammen von dem New Yorker Tee-Importeur Thomas Sullivan, der seinen Kunden im Jahre 1908 in kleine Mullsäckchen verpackte Teemuster zusandte. Diese Mullsäckchen erwiesen sich als durchschlagender Erfolg. In Deutschland wurde die Firma Teekanne auf diesen Vorläufer des Teebeutels aufmerksam, verbesserte den Prototypen und brachte 1949 den Doppelkammerbeutel aus Filterpapier auf den Markt.

Verzehrhinweis

Teekochen ist eine Wissenschaft für sich. Schon allein das Wasser erfordert bestimmte Qualitäten. Elisabeth II. ließ sich bei manchem Auslandsbesuch bisweilen per Kuriermaschine Quellwasser aus der Gegend um Birmingham für ihre täglichen „cups of tea” einfliegen.
Teekochen erfordert Muße. Zunächst wird frisches Leitungswasser zum Kochen gebracht. Teekenner filtern das Wasser zuvor, wenn es hart ist, da Kalk oder Chlor den Geschmack beeinträchtigen. Die Teekanne sollte bauchig und mit Deckel ausgestattet sein und mit kochendem Wasser gut vorgewärmt werden. Das Teegeschirr ist bevorzugt aus Porzellan und sollte nie für etwas anderes als für Tee verwendet werden – auch nicht für Kräutertees …

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Teekochen ist eine Wissenschaft für sich. Schon allein das Wasser erfordert bestimmte Qualitäten. Elisabeth II. ließ sich bei manchem Auslandsbesuch bisweilen per Kuriermaschine Quellwasser aus der Gegend um Birmingham für ihre täglichen „cups of tea” einfliegen.
Teekochen erfordert Muße. Zunächst wird frisches Leitungswasser zum Kochen gebracht. Teekenner filtern das Wasser zuvor, wenn es hart ist, da Kalk oder Chlor den Geschmack beeinträchtigen. Die Teekanne sollte bauchig und mit Deckel ausgestattet sein und mit kochendem Wasser gut vorgewärmt werden. Das Teegeschirr ist bevorzugt aus Porzellan und sollte nie für etwas anderes als für Tee verwendet werden – auch nicht für Kräutertees und aromatisierte Tees. Echte Teefans verwenden für verschiedene Tees auch verschiedene Kannen, da ein dominanter Tee, wie zum Beispiel Assam, einen Darjeeling geschmacklich übertönt.
Pro Tasse rechnet man mit etwa zwei Gramm Tee. Kräftige Schwarztees sollten immer mit kochendem Wasser aufgegossen werden, bei Grüntees und feinen Schwarztees (Darjeelings) sollte das Wasser auf 65 bis 90 Grad abkühlen, um die wertvollen Inhaltsstoffe und den Geschmack zu erhalten. Manche japanischen Grüntees werden sogar mit maximal 50 Grad heißem Wasser aufgebrüht.
Die Ziehzeit lässt sich nicht einheitlich definieren. Zwischen 20 Sekunden und fünf Minuten, bei weißen Tees bis zu zehn Minuten. Je nach Dauer wirkt der Tee unterschiedlich stark anregend. Die alte Regel, dass bis zu drei Minuten gezogener Tee anregend wirkt, er ab fünf Minuten aber beruhigt, ist nur bedingt richtig. Tatsächlich löst sich in den ersten zwei bis drei Minuten vor allem das Koffein (bzw. Teein) und sorgt so für den anregenden Effekt. Die im Teeblatt enthaltenen Gerbsäuren lösen sich erst danach und wandeln dabei das Koffein in eine wasserunlösliche Form um. Je länger der Tee zieht, um so geringer wird der Anteil an Teein.
In einer Glaskanne kann man die Veränderungen des Tees beobachten. Man wird feststellen, dass einige Blätter am Boden, andere an der Oberfläche schwimmen. Irgendwann beginnen die oberen Blätter zu sinken, während die unteren aufsteigen. Dies ist ein guter Zeitpunkt, den Tee abzugießen.

Lagerhinweis

Tee ist stark aromaempfndlich. Deshalb sollten Teeblätter stets in geschlossenen Behältern kühl, dunkel und trocken aufbewahrt werden. Nach Anbruch sollte Tee in etwa zehn Wochen verbraucht werden. Ungeöffnet hält er hingegen bis zu drei Jahre.

Nährwerte

Wenn nicht anders angegeben gelten die Werte jeweils pro 100g.

Mineralstoffe und Spurenelemente

Natrium
1
mg
Kalzium
8
mg
Magnesium
3
mg
Eisen
0.02
mg
Kalium
17
mg

Saisonale Verfügbarkeit