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Obst

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Der Begriff „Obst“ stammt aus dem Althoch­deutschen. „Obez“ hieß „Zukost“ und be­zeichnete alles, was außer Brot und Fleisch auf den Tisch kam. Heute ist „Obst“ der Sammelbegriff für Früchte und Samen, die zum menschlichen Genuss bestimmt sind. Obst wächst an meist mehrjährigen Bäumen und Sträuchern und entwickelt sich aus be­fruchteten Blüten. Typisch für den Ge­schmack von Obst ist eine Verbindung von Süße und Säure.
Einige Früchte, die wir üblicherweise beim Obst einordnen, gehören eigentlich gar nicht dazu. Melonen beispielsweise sind bota­nisch gesehen ein Gemüse, werden aber wie Obst verwendet.
Das Gleiche gilt für Rhabarber, der noch nicht einmal nach Frucht aussieht. Er ist ein Stängelgemüse, doch die langen Stiele er­geben hocharomatische Kompotte, Konfitüren und Kuchen.
Wenn die Deutschen sich aus dem überdimensionalen „Obstkorb“ bedienen, greifen sie in erster Linie nach Bewährtem: Bananen, Orangen, Mandarinen, Clementinen und Tafeltrauben sind die Renner. An der Spitze der Hitliste stehen jedoch mit Abstand die Äpfel – und bei den Beeren erhalten Erdbeeren eindeutig den Vorzug. Wer allerdings glaubt, Obst sei erst in unseren Tagen so begehrt, der irrt gewaltig.

Wissenswertes

In grauer Vorzeit pflückten sich die Menschen von den Bäumen, was gerade greifbar war. Doch irgendwann begann man damit, Obstbäume für den Eigenbedarf zu pflanzen. Somit ist der Obstbau eine uralte menschliche Gewohnheit. Beweise dafür gibt es zur Genüge: Schon in den ägyptischen Pyramiden wurden Granatapfel- und Dattelsamen gefunden, sicher gedacht für das Anlegen eines Obstgartens im Jenseits. Homer beschreibt im 8. Jahrhundert v. Chr. mit blumigen Worten die Früchte im Garten des Phäakenkönigs Alkinoos. Der griechische Philosoph und Mathematiker Pythagoras pries 500 v. Chr. bereits vegetarische Kost, indem er seinen Anhängern „tragende Äste abwärts ziehendes Obst und am Weinstock …

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In grauer Vorzeit pflückten sich die Menschen von den Bäumen, was gerade greifbar war. Doch irgendwann begann man damit, Obstbäume für den Eigenbedarf zu pflanzen. Somit ist der Obstbau eine uralte menschliche Gewohnheit. Beweise dafür gibt es zur Genüge: Schon in den ägyptischen Pyramiden wurden Granatapfel- und Dattelsamen gefunden, sicher gedacht für das Anlegen eines Obstgartens im Jenseits. Homer beschreibt im 8. Jahrhundert v. Chr. mit blumigen Worten die Früchte im Garten des Phäakenkönigs Alkinoos. Der griechische Philosoph und Mathematiker Pythagoras pries 500 v. Chr. bereits vegetarische Kost, indem er seinen Anhängern „tragende Äste abwärts ziehendes Obst und am Weinstock schwellende Trauben“ wärmstens ans Herz legte.
In unseren Breiten nahm der Obstbau seinen Anfang, als die Römer um 100 v. Chr. gen Norden zogen. 300 Jahre später reichten die Anbaugebiete bereits bis an die Mosel. Im Jahr 800 befahl Karl der Große, den Obstbaum als Kulturgewächs in die Reihe der landwirtschaftlichen Nutzpflanzen aufzunehmen. 1582 erließ Kurfürst Karl August v. Sachsen obstbaumfördernde Gesetze. So musste jedes frisch verheiratete Paar zwei Obstbäume pflanzen.

Mit Beginn des Industriezeitalters entwickelte sich in Deutschland der Erwerbsobstbau, und von da an durften Äpfel, Birnen usw. nicht mehr einfach so aussehen, wie die Natur sie schuf. Nur optisch einwandfreies Obst fand Abnehmer, was natürlich zu einer Auslese führte. Ihren ersten schweren Dämpfer erhielt die ursprünglich vorhandene Sortenvielfalt 1890 durch die Empfehlung des „Deutschen Pomologenvereins“, sich auf bestimmte Sorten zu beschränken und „unwerte Sorten“ zu vernichten. Noch dramatischer entwickelte sich die Situation 1950. Damals gab es staatliche Abholzprämien für Obstbäume und man baute nur noch wenige Standardsorten an. Streuobstwiesen mussten dem wirtschaftlicheren Plantagenanbau weichen und der Obst-Import aus anderen Lädern nahm seinen Anfang.
Heute können wir uns wieder über eine große Auswahl freuen und das nicht nur dank der Äpfel, Birnen usw. aus aller Welt. Der heimische Anbau geht bei allem Zwang zur Wirtschaftlichkeit erneut in Richtung Vielfalt. Die Obstbäume allerdings sehen anders aus als früher. Sie sind kleinwüchsig und stark tragend und liefern formschöne Früchte mit ausgewogenem Geschmack, die sich gut verkaufen lassen. Obstbauern erinnern sich jedoch gelegentlich an schon fast vergessene Sorten, die als Neuzüchtungen wieder eine Chance erhalten.
Wirtschaftlicher Obstbau hat nichts mit Hobbygärtnerei zu tun, sondern ist eine Wissenschaft für sich. Auswahl von Jungpflanzen, Veredelung, Schnitt, Düngung, Schädlingsschutz usw. – der Obstbauer kennt sich aus. Selbst die ideale Erntezeit wird nicht allein nach optischen Gesichtspunkten ermittelt. Vielmehr geben chemisch-physikalische Messungen des Stärke-, Zucker- und Säuregehalts objektive Hinweise auf den Reifezustand.

Ernte bedeutet noch immer viel Handarbeit. Das baumfrische Obst wird dann zunächst bei den Erzeugergesellschaften in klimatisierten Räumen gelagert. Hier herrscht eine der jeweiligen Fruchtart exakt angepasste Atmosphäre. Am Beispiel der Südtiroler Äpfel lässt sich der Weg von der Plantage bis ins Obstregal anschaulich verfolgen:
Apfel für Apfel wird vom Baum genommen und sorgfältig in den Erntesack gelegt, denn jede Druckstelle mindert den Wert. Nach dem vollautomatischen Waschen und Sortieren werden die Früchte in speziellen Kühlzellen bei einem bis drei Gard und stark reduziertem Luftsauerstoff gelagert. In einer solchen Atmosphäre verlangsamt sich der Reifeprozess extrem. Das Obst hält quasi „Winterschlaf“ und bleibt in diesem Zustand baumfrisch bis in den Frühsommer des folgenden Jahres. Deshalb also haben Äpfel keine Saison mehr. Der Transport zum Handel erfolgt auf Abruf. Die Früchte wechseln aus den Kühlzellen direkt über in Kühlfahrzeuge und werden auf schnellstem Weg ausgeliefert.

Allergiehinweis

Pollenallergene weisen eine große Ähnlichkeit zu bestimmten Lebensmittelallergenen auf, wie zum Beispiel Obst. Bei einer bestehenden Allergie auf bestimmte Pollen kann es deshalb im weiteren Krankheitsverlauf zusätzlich zu einer Nahrungsmittelallergie kommen. Auch der Verzehr von bestimmten Obststorten kann die Symptome einer Pollenallergie hervorrufen oder verstärken.
Symptome einer Kreuzallergie treten meist innerhalb weniger Minuten bis zu zwei Stunden nach dem Verzehr bestimmter Lebensmittel auf. Am häufigsten handelt es hierbei um Juckreiz und Schwellungen im Mund- und Rachenraum, was häufig als „orales Allergiesyndrom" bezeichnet wird.

Verzehrhinweis

Quer durch die Bevölkerungsschichten wird Obst aller Art konsumiert – laut Statistik lässt sich jeder Bundesbürger pro Jahr etwa 115 Kilogramm schmecken. Das jedoch stellt die Ernährungsexperten keineswegs zufrieden. Sie empfehlen, fünf Mal am Tag ca. eine Hand voll Obst und Gemüse zu essen – wovon zwei Portionen Obst sein sollten. Denn die Früchte versprechen nicht nur gesunden Genuss, sie bringen auch eine geballte Ladung wertvoller Inhaltsstoffe mit:

  • Fitmacher wie Vitamin C, Vitamine der B­-Gruppe und Vitamin A.
  • Mineralstoffe wie Kalium, Calcium, Mag­nesium und Eisen.
  • Kohlenhydrate in Form von Frucht­ und Traubenzucker, der besonders schnell in Energie umgesetzt wird.
  • Kohlenhydrate in Form von Stärke, die eine langanhaltende Energieversorgung sichert.
  • Ballaststoffe zur Anregung der Darm­tätigkeit.
  • Pektine eliminieren im Darm giftige Zersetzungsprodukte von Bakterien.
  • Gerbsäure unterstützt die Arbeit der Pektine und schützt vor Entzündun­gen der Darmschleimhaut.

Ernährungsfachleute empfehlen 250 bis 300 Gramm Obst als Tagesration. Doch bitte beachten: Nur Obst im besten Reifezustand wird seinem guten Ruf in vollem Umfang gerecht.

Lagerhinweis

Manche Früchte, die man in noch nicht voll ausgereiftem Zustand kauft, können zu Hause bei Zimmertemperatur nachreifen: Äpfel, Aprikosen, Bananen, Birnen, Feigen, Guaven, Heidelbeeren, Kiwis, Mangos, Nektarinen, Pfirsiche, Papayas, Passionsfrüchte, Pflaumen und Zwetschen.
Nicht nachreifende Früchte sind Ananas, Brombeeren, Clementinen, Erdbeeren, Granatäpfel, Grapefruits, Himbeeren, Kirschen, Limetten, Litschis, Mandarinen, Orangen, Trauben und Zitronen.

Obst sollte nicht zu lange, nicht zu hell und nicht zu warm gelagert werden, da es ansonsten bis zur Hälfte seiner Vitamine verlieren kann.
Äpfel und Pflaumen halten sich, verpackt in einem dünnen Folienbeutel, gut im Gemüsefach des Kühlschranks.
Beeren und Steinobst bleiben etwa zwei Tage im Kühlschrank frisch. Südfrüchte dagegen mögen’s nicht so kalt. Sie sind in einem kühlen Keller oder Vorratsraum besser aufgehoben.
Reife Äpfel und Birnen geben Ethylen ab, ein schwach riechendes Gas. Es beeinträchtigt die Haltbarkeit anderer, dicht daneben liegender Früchte. Abstand ist unbedingt angesagt, auch für Gemüse. Nur Bananen, die nachreifen sollen, profitieren von Äpfeln und Birnen.

Hygienehinweis

Obst vor dem Verzehr gründlich waschen und möglichst mit Küchenkrepp trockenreiben, denn auf den meisten Früchten befinden sich Reste von Pflanzenschutzmitteln oder anderen Chemikalien. Für festes Obst mit stabiler Schale sollte man heißes Wasser verwenden.

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