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Reis

Lateinischer Name: Oryza sativa

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Botanisch gehört Reis zur Familie der Getreidegräser und kommt in vielen Arten vor. Die bedeutendste Rolle spielt „Oryza sativa“ mit ihren Sorten „Japonica“, „Indica“ und „Javanica“.
Die Pflanze erreicht eine Höhe von 80 bis 120 Zentimeter und trägt an jedem schlanken Halm zehn bis zwanzig überhängende Rispen, von denen jede bis zu 200 Samenkörner aufweist.
Das einzelne Reiskorn ist ähnlich aufgebaut wie andere Getreidekörner. Unter der äußeren Strohhülse liegt, fest um Kern und Keim geschmiegt, die mehrschichtige „Silberhaut“, die unter anderem wertvolle Mineralien, Vitamine und Eiweißstoffe enthält. Der Kern besteht vorwiegend aus Stärke.
Tatsache ist, dass Reis in Indonesien und …

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Botanisch gehört Reis zur Familie der Getreidegräser und kommt in vielen Arten vor. Die bedeutendste Rolle spielt „Oryza sativa“ mit ihren Sorten „Japonica“, „Indica“ und „Javanica“.
Die Pflanze erreicht eine Höhe von 80 bis 120 Zentimeter und trägt an jedem schlanken Halm zehn bis zwanzig überhängende Rispen, von denen jede bis zu 200 Samenkörner aufweist.
Das einzelne Reiskorn ist ähnlich aufgebaut wie andere Getreidekörner. Unter der äußeren Strohhülse liegt, fest um Kern und Keim geschmiegt, die mehrschichtige „Silberhaut“, die unter anderem wertvolle Mineralien, Vitamine und Eiweißstoffe enthält. Der Kern besteht vorwiegend aus Stärke.
Tatsache ist, dass Reis in Indonesien und China schon mindestens 2800 Jahre v. Chr.in großem Stil angebaut wurde. Von hier aus verbreitete sich das Getreide über die Welt und ist heute für die Hälfte der Menschheit das wichtigste Grundnahrungsmittel.
Die Bundesbürger entdecken immer mehr ihre Vorliebe für Reis. Der Trend zur asiatischen Küche tut da ein Übriges. Pro Kopf und Jahr werden laut Statistik 3,3 Kilogramm verzehrt, doch damit liegt Deutschland in Europa noch immer weit hinten. Spanier schaffen immerhin 6,4 Kilogramm und in Italien liegt der Verbrauch bei 5,5 Kilogramm. Das alles ist jedoch verschwindend gering gegenüber Asien, wo die Bewohner teilweise 150 Kilogramm Reis im Jahr verzehren.

Tipp

Dass geschälter Reis so wenig „innere Werte“ besitzt, ließ Wissenschaftler nicht ruhen. Sie entwickelten eine Veredelungstechnik, die dem Reis bis zu 80 Prozent seiner verlorenen Wertstoffe zurückgibt.
Beim sogenannten „Parboiled-Verfahren” wird dem frisch geernteten Paddy-Korn in einem Vakuumbehälter die Luft entzogen. Dann löst heißes Wasser die Vitamine und Mineralstoffe aus den Silberhäutchen heraus und weicht die Reiskerne auf. Jetzt wird starker Druck erzeugt, der die gelösten Stoffe tief in das Korn hineinpresst. Anschließend härtet Wasserdampf die Oberflächen der Reiskerne, um die Nährstoffe dauerhaft zu versiegeln. Ein weiterer Vorteil des Verfahrens: Der Reis klebt beim späteren …

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Dass geschälter Reis so wenig „innere Werte“ besitzt, ließ Wissenschaftler nicht ruhen. Sie entwickelten eine Veredelungstechnik, die dem Reis bis zu 80 Prozent seiner verlorenen Wertstoffe zurückgibt.
Beim sogenannten „Parboiled-Verfahren” wird dem frisch geernteten Paddy-Korn in einem Vakuumbehälter die Luft entzogen. Dann löst heißes Wasser die Vitamine und Mineralstoffe aus den Silberhäutchen heraus und weicht die Reiskerne auf. Jetzt wird starker Druck erzeugt, der die gelösten Stoffe tief in das Korn hineinpresst. Anschließend härtet Wasserdampf die Oberflächen der Reiskerne, um die Nährstoffe dauerhaft zu versiegeln. Ein weiterer Vorteil des Verfahrens: Der Reis klebt beim späteren Kochen nicht zusammen, sondern bleibt locker und körnig.
Nach dieser Vorbehandlung wird der Reis von den Strohhülsen befreit und als Parboiled Braunreis inklusive Silberhäutchen in die Importländer verschickt. Dort wird er wie Weißreis gereinigt, geschliffen und poliert, wobei die typische gelbliche Farbe von Parboiled-Reis zum Vorschein kommt.

In Japan, dem Land des Reises, wird Reis so hoch geschätzt wie Autos. „Honda“ heißt übersetzt „Hauptreisfeld“ und der „Toyota“ ist ein „Reiches Reisfeld“. Wenn ein Brautpaar aus der Kirche kommt, wird es von den Hochzeitsgästen traditionell mit Reis beworfen. Er ist ein Symbol der Fruchtbarkeit und soll reichen Kindersegen bringen.
Eine chinesische Weisheit besagt: „Willst du eine Stunde glücklich sein, dann betrinke dich. Willst du drei Tage glücklich sein, dann heirate. Willst du ein Leben lang glücklich sein, dann iss täglich Reis.”

Wissenswertes

Um zu gedeihen, braucht die Reispflanze vor allem zweierlei: Wärme von mindestens 30 bis 35 Grad und viel Wasser. In den traditionellen Reis-Ländern bedeutet der Anbau mühevollste Handarbeit. Vorgezogene Sprösslinge werden in extra überflutete Felder gesetzt, gehegt und gepflegt. Die reifen Rispen mit den Körnern werden von Hand geschnitten und nach dem Trocknen gedroschen. Entweder man schlägt die Reisbündel über einen Rost oder lässt Büffelgespanne über die Ähren stampfen.
In den USA geht alles einfacher. Vom Flugzeug aus wird direkt in überschwemmte Flächen gesät und die Ernte übernehmen riesige Mähdrescher. Sie „spucken“ den noch nicht enthüösten Rohreis aus, das sogenannte …

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Um zu gedeihen, braucht die Reispflanze vor allem zweierlei: Wärme von mindestens 30 bis 35 Grad und viel Wasser. In den traditionellen Reis-Ländern bedeutet der Anbau mühevollste Handarbeit. Vorgezogene Sprösslinge werden in extra überflutete Felder gesetzt, gehegt und gepflegt. Die reifen Rispen mit den Körnern werden von Hand geschnitten und nach dem Trocknen gedroschen. Entweder man schlägt die Reisbündel über einen Rost oder lässt Büffelgespanne über die Ähren stampfen.
In den USA geht alles einfacher. Vom Flugzeug aus wird direkt in überschwemmte Flächen gesät und die Ernte übernehmen riesige Mähdrescher. Sie „spucken“ den noch nicht enthüösten Rohreis aus, das sogenannte „Paddy-Korn“. Nach dem automatisierten Trocknen und Dreschen verbleibt an den Körnchen lediglich die bräunliche Silberhaut. Man bezeichnet diesen Reis als „Cargo-”, „Natur-”, „Braun-” oder „Vollkornreis”.
Per Schiff reist der Cargo-Reis nach Europa und wird weiter ins jeweilige Bestimmungsland transportiert. In den dortigen Reismühlen beginnt die Verarbeitung mit dem Sieben und Säubern des Korns. Marken-Reis wird besonders sorgfältig kontrolliert, bevor er als Natur-, Braun- oder Vollkornreis in den Handel kommt.

Verzehrhinweis

Das körnige Getreide übt auf den ganzen Organismus eine wohltuende Wirkung aus. Reis sättigt angenehm, ist leicht verdaulich und auch für Schonkost geeignet. Und er macht nicht dick, denn 100 Gramm gekochter Langkornreis enthalten nur rund 100 Kilokalorien. Wichtig für Allergiker: Reis ist glutenfrei.

Lagerhinweis

Reis eignet sich bestens für die Vorratshaltung. Er verlangt lediglich einen kühlen, trockenen Platz und ist nicht lichtempfindlich. Allerdings nimmt er leicht Fremdgerüche an und muss deshalb von anderen geruchsintensiven Produkten ferngehalten werden. Richtig gelagert hält Weißreis (auch Parboiled-Reis) zwei bis drei Jahre, Naturreis (auch Parboiled-Reis) und Wildreis (100 Prozent) ein bis zwei Jahre. Diese kürzere Haltbarkeit ergibt sich daraus, dass Natur- und Wildreis Fett enthalten, das mit der Zeit ranzig wird.
Gekochter Reis ist im Kühlschrank in einer abgedeckten Schüssel sechs bis acht Tage haltbar. Zum Aufwärmen gibt man zwei Esslöffel Wasser dazu und stellt den Reis kurz in die Mikrowelle. Auch in einer Pfanne mit Butter lässt sich Reis schnell erwärmen.
Tiefgefroren kann Reis sechs bis acht Monate „auf Eis“ liegen. Zum Auftauen gibt man ihn etwa fünf Minuten in kochendes Wasser und schüttet ihn über einem Sieb ab.

Herstellungsprozess (Beschreibung)

Die Herstellung von Weißreis erfordert mehr Aufwand. Die Körner werden geschliffen und dabei von der Silberhaut und dem fetthaltigen Keim befreit. Dadurch hat der Reis eine schöne weiße Farbe und ist länger haltbar. Allerdings fehlen ihm wertvolle Mineralien und Vitamine. Der Weißreis wird noch poliert und vor dem Verpacken ein weiteres Mal sortiert.

Nährwerte

Wenn nicht anders angegeben gelten die Werte jeweils pro 100g.

Nährwertübersicht

Kalorien
130
kcal
Fettgehalt
0.3
g
Kohlenhydrate
78
g
Eiweiß
2.7
g

Fettwerte

Fettgehalt
0.3
g
Gesättigte Fettsäuren
0.15
g
Einfach ungesättigte Fettsäuren
0.16
g
Mehrfach ungesättigte Fettsäuren
0.22
g

Kohlenhydrate

Kohlenhydrate
78
g
Ballaststoffe
1
g
Zucker
0.2
g

Mineralstoffe und Spurenelemente

Natrium
1
mg
Kalzium
10
mg
Magnesium
8
mg
Eisen
0.2
mg
Kalium
35
mg

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