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Kartoffel

Lateinischer Name: Solanum tuberosum

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Die Kartoffelpflanze ist eine Staude und gehört zu den Nachtschattengewächsen – eine Familie, aus der bekanntlich manch Giftiges kommt. In diesem Fall sind es die Samenfrüchte, die aus den hübschen weißen, rosa oder lila Blüten entstehen. Ihr Verzehr führt zu Vergiftungserscheinungen. Das Gute – nämlich die Knolle – liegt unter der Erde.
Die Pflanzkartoffeln (Mutterknollen) bilden Wurzeln und bis zu 25 Tragfäden aus, die sogenannten „Stolonen”. An deren Ende entstehen als Verdickungen die Kartoffeln. Sie bilden das Nährstoffdepot der Pflanze und sind deshalb auch für uns so wertvoll.
Kartoffeln sind ein lichtscheues Gemüse. Liegen sie nicht dunkel, verfärben sie sich grün und es bildet …

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Die Kartoffelpflanze ist eine Staude und gehört zu den Nachtschattengewächsen – eine Familie, aus der bekanntlich manch Giftiges kommt. In diesem Fall sind es die Samenfrüchte, die aus den hübschen weißen, rosa oder lila Blüten entstehen. Ihr Verzehr führt zu Vergiftungserscheinungen. Das Gute – nämlich die Knolle – liegt unter der Erde.
Die Pflanzkartoffeln (Mutterknollen) bilden Wurzeln und bis zu 25 Tragfäden aus, die sogenannten „Stolonen”. An deren Ende entstehen als Verdickungen die Kartoffeln. Sie bilden das Nährstoffdepot der Pflanze und sind deshalb auch für uns so wertvoll.
Kartoffeln sind ein lichtscheues Gemüse. Liegen sie nicht dunkel, verfärben sie sich grün und es bildet sich Solanin. Dieser giftige Stoff kann Magenkrämpfe und Durchfall verursachen. Vorwiegend grüne Kartoffeln muss man wegwerfen, kleinere grüne Stellen kann man großzügig ausschneiden. Auch Keime älterer Kartoffeln enthalten Solanin und müssen vor der Zubereitung komplett entfernt werden.
Trotz allem erreicht kein anderes Gemüse ihre Popularität. Das liegt zum einen natürlich daran, dass Kartoffeln ausgezeichnet schmecken. Entscheidend ist aber, dass sie sich unendlich variantenreich zubereiten und weiterverarbeiten lassen.
Allerdings ist die Konkurrenz groß. Vor allem Teigwaren, aber auch Reis machen Kartoffeln den Platz auf dem Teller streitig. Lange vorbei sind die Zeiten, als der Pro-Kopf-Verbrauch in Deutschland bei über 180 Kilogramm lag. Heute errechnen die Statistiker ca. 57 Kilogramm, wovon ein großer Teil auf Kartoffel-Fertigprodukte entfällt. Pommes, Chips & Co. liegen vor allem bei der Jugend im Trend.

Kartoffeln werden im März und April gesetzt. Das heißt, die sogenannten Mutterknollen kommen dann in den Boden und entwickeln sich alsbald in zwei Richtungen: Oben erscheinen Laub und Blüten, unten im Verborgenen bilden sich die Kartoffeln. Erntezeit ist je nach Sorte von Mai bis Oktober, und entsprechend werden die Kartoffeln eingeteilt in sehr frühe und frühe, mittelfrühe und mittelspäte bis sehr späte Sorten. Da Kartoffeln für den Winter eingelagert werden, stehen die späten Sorten noch zur Verfügung, wenn im Juni die neue Ware auf den Markt kommt. Somit sind Kartoffeln ein Ganzjahresprodukt.
In den Handel kommen Kartoffel entsprechend gesetzlicher Auflagen: Die Knollen müssen sauber und fest sein, keine schweren Beschädigungen aufweisen, gesund und frei von inneren Mängeln sein, arttypisch riechen und keinen fremden Geschmack haben. Lose Keime und grüne Stellen führen zum Ausschluss vom Verkauf. Außerdem müssen die Kartoffeln sortenrein sein.

Tipp

Gekochte Kartoffeln lassen sich leichter schälen solange sie noch warm sind.
Nährstoffschonend lassen sich Kartoffeln im Dampfkochtopf garen.
Flecken auf Silberbesteck reibt man mit einer rohen Kartoffelscheibe einfach weg.
Um all das Gute in den Knollen ausnutzen zu können, sollte man sie möglichst erst nach dem Kochen schälen, denn die Schale verhindert, dass sich Nährstoffe verflüchtigen.

Wissenswertes

Ursprünglich kam die Kartoffel in der europäischen Pflanzenwelt gar nicht vor. Ihre Heimat liegt irgendwo in den Anden, wo sie nachweislich schon im 8. Jahrtausend v. Chr. zur täglichen Ernährung gehörte. Unseren Kontinent erreichten die ersten Exemplare im 16. Jahrhundert, als der spanische König Philipp mit anderen indianischen Produkten auch einige Kartoffelknollen erhielt. Sie wurden in die Erde gelegt und hoffähig – aber nicht als Nahrungsmittel, sondern als exotische Zierpflanze. Denn Kartoffelstauden blühen wunderschön.
Dass Kartoffeln schließlich doch noch im Kochtopf landeten, verdanken wir – man weiß es nicht genau – vielleicht den Seefahrern. Sie fanden heraus, dass der Verzehr …

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Ursprünglich kam die Kartoffel in der europäischen Pflanzenwelt gar nicht vor. Ihre Heimat liegt irgendwo in den Anden, wo sie nachweislich schon im 8. Jahrtausend v. Chr. zur täglichen Ernährung gehörte. Unseren Kontinent erreichten die ersten Exemplare im 16. Jahrhundert, als der spanische König Philipp mit anderen indianischen Produkten auch einige Kartoffelknollen erhielt. Sie wurden in die Erde gelegt und hoffähig – aber nicht als Nahrungsmittel, sondern als exotische Zierpflanze. Denn Kartoffelstauden blühen wunderschön.
Dass Kartoffeln schließlich doch noch im Kochtopf landeten, verdanken wir – man weiß es nicht genau – vielleicht den Seefahrern. Sie fanden heraus, dass der Verzehr von Kartoffeln auf langen Reisen übers Meer vor Skorbut schützen konnte. Hierzulande kamen Kartoffeln erstmals im 17. Jahrhundert auf den Tisch, und zwar zunächst in Süddeutschland. Von der Pfalz aus erreichten die „Erdäpfel“ um 1720 Preußen, wo sie nach dem Motto „Was der Bauer nicht kennt, isst er nicht“ auf eisige Ablehnung stießen. Dabei war die Ernährung der ständig wachsenden Bevölkerung schwierig geworden, und Getreidemissernten führten immer wieder zu Hungersnöten.
Friedrich der Große, der „Alte Fritz“, erkannte die wirtschaftliche Bedeutung der Kartoffel und befahl ihren Anbau. Doch den Widerstand seiner Bauern konnte er nur mit einem Trick brechen: Er ließ Kartoffeln von Soldaten bewachen, wodurch der Eindruck entstand, es müsse sich um etwas ganz Kostbares handeln. So kam der Kartoffelanbau über den Umweg der Begierde langsam in Schwung. Trotzdem wurden Kartoffeln erst im 19. Jahrhundert zu einer Selbstverständlichkeit auf deutschen Feldern. Im Laufe der Jahrhunderte gelang es, Kartoffeln durch viele Kreuzungen so zu züchten, dass die für uns in Geschmack und Eigenschaften optimalen Sorten herauskamen.
Kartoffeln sind weitgehend resistent gegen vielerlei Krankheiten und Ungeziefer und dabei völlig anspruchslos. Sie gedeihen auf allen Böden und das äußerst ertragreich. Die Zucht hat zwar die ideale Knolle geschaffen, aber keine Einheitsknolle. Speisekartoffeln unterscheiden sich nicht nur im Aussehen, sondern vor allem im Geschmack und in den Kocheigenschaften.
In der gesamten EU sind etwa 450 Kartoffelsorten erfasst, in Deutschland rund 120 zum Anbau zugelassen. Doch nicht alles, was auf den Feldern wächst, ist „salonfähig“. Etwa die Hälfte der jährlichen Ernte ist für Speisekartoffeln bestimmt. Der Rest wandert in die Industrie und landet später als Kartoffelerzeugnis oder Stärke in der Küche. Auch Brennereien haben einen hohen Bedarf an Kartoffeln und ein kleiner Teil wird zu Viehfutter.
Das heute vorhandene Kartoffel-Pflanzgut umfasst eine riesige Anzahl von Sorten und wird sorgsam gehütet. Eine Genbank in der Nähe von Rostock verfügt über 2.140 Muster von Kulturkartoffel- und knapp 140 Muster von Wildkartoffelarten aus Süd- und Mittelamerika. Die Aufgabe der Genbank besteht darin, Samen und Knollen zu sammeln und so die Erhaltung der vorhandenen Vielfalt auf Dauer zu sichern.

Nährwerte

Wenn nicht anders angegeben gelten die Werte jeweils pro 100g.

Nährwertübersicht

Kalorien
77
kcal
Fettgehalt
0.1
g
Kohlenhydrate
17
g
Eiweiß
2
g

Fettwerte

Fettgehalt
0.1
g
Cholesterin
0
g

Kohlenhydrate

Kohlenhydrate
17
g

Mineralstoffe und Spurenelemente

Natrium
6
mg
Kalzium
12
mg
Eisen
0.8
mg
Kalium
421
mg

Vitamine

Vitamin A
2
IU
Vitamin C
19.7
mg

Enthält

Schmeckt wie...

Qualitätsmerkmal

Saisonale Verfügbarkeit

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