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Rindfleisch

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Bei den heutigen Züchtungen von Rindern steht die Leistung im Vordergrund. Es gibt reine Milch- und reine Fleischrassen und solche, die in beiden Bereichen Spitze sind. In Deutschland werden vorwiegend die sogenannten Zweinutzungsrinder gezogen. Von den 28 Prozent des deutschen Landwirtschafts-Produktionswertes entfallen 21 Prozent auf Milchvieh (mit wenigen Rassen), und sieben Prozent auf Nutz- und Schlachtvieh. 14 Prozent der Kühe werden in großer Rassenvielfalt in der Mutterkuhhaltung genutzt. Leichte, robuste Rassen werden in der Landschaftspflege eingesetzt. Ende 2008 gab es in Deutschland ca. 13 Millionen Rinder. Etwa 47 Prozent zählen zur Rasse Schwarzvieh (schwarz- und rotbunt), 29 …

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Bei den heutigen Züchtungen von Rindern steht die Leistung im Vordergrund. Es gibt reine Milch- und reine Fleischrassen und solche, die in beiden Bereichen Spitze sind. In Deutschland werden vorwiegend die sogenannten Zweinutzungsrinder gezogen. Von den 28 Prozent des deutschen Landwirtschafts-Produktionswertes entfallen 21 Prozent auf Milchvieh (mit wenigen Rassen), und sieben Prozent auf Nutz- und Schlachtvieh. 14 Prozent der Kühe werden in großer Rassenvielfalt in der Mutterkuhhaltung genutzt. Leichte, robuste Rassen werden in der Landschaftspflege eingesetzt. Ende 2008 gab es in Deutschland ca. 13 Millionen Rinder. Etwa 47 Prozent zählen zur Rasse Schwarzvieh (schwarz- und rotbunt), 29 Prozent zum Fleckvieh, 12 Prozent sind Rinder sonstiger Milch-, Zweitnutzungs- und Fleischrassen und 12 Prozent sind Kreuzungen. Die AG Deutsche Rinderzüchter e. V. (ADR) hat 41 Rinderrassen registriert.
Die Haltung der Tiere nimmt wesentlichen Einfluss auf die Fleischqualität, aber auch Alter sowie Geschlecht und aus welchen Teil des Tieres das Fleischstück stammt, bestimmen seinen Einsatz.
Bei der Intensivmast werden die Rinder ausschließlich im Stall gehalten und mit Silo- und Kraftfutter, Vitaminen und Mineralstoffen ernährt. Die Fütterung ist darauf ausgelegt, dass die Tiere meist schon in gut zehn bis zwölf Monaten das maximale Mastgewicht von 430 bis 600 Kilogramm erreichen. Die Intensivmast erbringt mageres Fleisch, das von Ochsen ist besonders zart und saftig. Speziell für die Intensivmast gezüchtet sind die französischen Charolais-Rinder.
Bei der Weidehaltung leben die Rinder fast ausschließlich im Freien. In Argentinien zum Beispiel stehen riesige Weideflächen zur Verfügung, aber auch in Großbritannien und einigen afrikanischen Ländern ist die Weidehaltung üblich. Die Tiere liefern hervorragendes, zart marmoriertes Fleisch mit einem relativ geringen Fettgehalt. Typische Rassen sind Herford- und Angus-Rinder. Letztere sieht man auch auf deutschen Weiden immer häufger.
Bei der Weidehaltung mit Zufütterung verbringen die Rinder die ersten 12 bis 14 Monate ihres Lebens auf der Weide. Dann kommen sie für weitere hundert Tage in eingezäunte Parzellen („foodlots“) im Freien und werden durch Zufütterung auf das Schlachtgewicht gemästet. Das Fleisch dieser Tiere ist stark marmoriert und äußerst geschmackvoll.

Tipp

Bovine Spongiforme Enzephalopathie (BSE) ist eine schwammartige Erkrankung des Gehirns von erwachsenen Rindern. Der sogenannte „Rinderwahnsinn“ ging 1986 von Großbritannien aus und betraf auch Rinder in Deutschland. Allerdings konnte die Seuche, dank massiver Gegenmaßnahmen, eingedämmt und weitgehend unter Kontrolle gebracht werden. Beispielsweise wurde die Verfütterung von Tiermehl an Rinder verboten, denn Tiermehl ist nachweislich ein Übertragungsweg für BSE. Außerdem schreibt das Fleischhygienegesetz die Untersuchung aller geschlachteten Rinder im Alter von mehr als 24 Monaten vor. Und nicht zuletzt soll die Rindfleischetikettierung für mehr Transparenz und Sicherheit sorgen.
Beim Menschen kann der BSE-Erreger die Creutzfeldt-Jakob-Krankheit auslösen, eine tödlich verlaufende neurologische Erkrankung. Sie tritt jedoch sehr selten auf. Fachleute gehen von einem Fall pro einer Million Menschen aus.

Wissenswertes

Seit über 8000 Jahren werden Rinder als Nutztiere gehalten – zum Arbeiten, für die Milch- und für Fleischgewinnung. Urahn aller Rinder ist der Auerochse, der einst in Europa lebte. Aus ihm entstanden Hunderte von Rinderarten. Weltweit gibt es ca. 450 Rinderrassen, die in Größe, Typ und Färbung voneinander abweichen, doch landwirtschaftlich genutzt werden lediglich 30. Generell unterscheidet man heute zwei Rassengruppen: Europäische Rinderrassen (Bos taurus), die überwiegend in den gemäßigten Zonen von Eurasien, Nord- und Südamerika sowie Australien vorkommen sowie Zebus oder Indische Buckelrinder (Bos indicus), die ursprünglich aus Indien, Südostasien und dem äquatorialen Afrika stammen, inzwischen aber auch in Amerika (Golf von Mexiko bis Agentinien) gehalten werden.

Schmeckt wie...

Ausschließend

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